Der Lokführer

Der Lokführer gehört zur Gattung der Eisenbahner und ist somit deutschlandweit verbreitet. Es existieren hauptsächlich männliche und nur sehr wenig weibliche Exemplare.

Häufig anzutreffen ist er an ortsfesten Bahnanlagen wie z.b. Bahnhöfen.
Während er sich früher noch öfter in Kantinen aufhielt, sieht man ihn heute dort eher selten. Noch seltener bis nie trifft man ihn in Verwaltungsgebäuden an.
Er gilt als menschenscheu und nachtaktiv.
Am wohlsten fühlt er sich in kleinen, gutklimatisierten Räumen mit Blick nach draußen in 3 Richtungen ohne jedoch selbst gesehen zu werden, was einen leichten Hang zum Voyeurismus vermuten läßt.

Sein absolutes Heiligtum ist sein Rucksack! Meistens auf dem Rücken getragen, sieht man auch häufiger, daß einige ihn, in Form eines Trolleys hinter sich herziehen. Was ihm schnell als Abstand zu den dienstlichen Unterlagen und damit entweder als Überheblichkeit oder Abscheu ausgelegt werden kann.

Das Erscheinungsbild ändert sich von Region zu Region und von Einsatzgebiet zu Einsatzgebiet, am weitesten verbreitet ist jedoch der gemeine UBK-Lokführer. Im Sommer ist sein äußeres meist von Blautönen geprägt, seine Wintererscheinung fällt meist durch schwarzes Leder oder dunkelblaues Fleece im Oberkörperbereich auf.
Bei einigen Exemplaren dieser Gattung sind auch unauffällige Erscheinungsformen möglich, bis auf den Rucksack sind sie oft nicht von Menschen zu unterscheiden (Mimikry)

Versuche in der Vergangenheit sich dieser Spezies mittels Belastungsstudie oder sogenannten Mitarbeiterbefragungen zu nähern, waren von wenig Erfolg gekrönt.
Die in den Medien oft benutzte Bezeichnung als Zugführer empfindet der gemeine Tf als Beleidigung. Nach anfänglichen Aufklärungsversuchen zieht er sich meist sehr schnell mit hoffnungslosem Blick und herabhängenden Schultern zurück.

Aufgrund seiner zahlreich zugewiesenen Arbeiten, gilt er immer noch als einer der bestausgebildeten Techniker in der Eisenbahnlandschaft
Neben allumfassendem Wissen über Lok-, Wagen-, Antrieb- und Bremstechnik, besitzt er ebenso Grundlagenwissen in Signal-und Leittechnik, Personal- und Fzg.- Disposition, Fahrkarten und Verbundtarifen.

Dabei sieht er die Einführung neumoderner Techniken wie Mobiltelefon,Tablet PCs und dgl. immer mit Skepsis. Fühlt sich dabei überwacht, ausgehorcht und kontrolliert. Vermutet rundum seinen Aufenthaltsbereich Kameras, Mikrofone und GPS-Ortung. Was bei einigen Exemplaren schon paranoide Züge annehmen kann. Gern schwelgt er dann in Erinnerungen an längst vergangene, „gute, alte Zeiten“, wobei eine genaue Definition dieses Begriffes noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt ist.

Richtig wohl fühlt sich der Tf nur unter Seinesgleichen. An Stammtischen, Seminaren, Schulungen und ähnlichem, blüht manch einer regelrecht auf und entpuppt sich als Entertainer oder Spaßvogel.

(Autor: Unbekannt)

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Eine Antwort zu Der Lokführer

  1. Tf aus Augsburg schreibt:

    Super Beitrag, und ich weis , wovon ich spreche.
    Grüße an alle Kollegen, die auch mit solchem Rucksack durch die Gegend rennen.
    Lg
    Tf aus Augsburg

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