„Lokführer zeigt euch!“. Ein Statement

Der Chefredakteur des Handelsblatt, Oliver Stock, hat den Beruf des Lokführers messerscharf in 99 Sekunden analysiert.

http://www.handelsblatt.com/video/handelsblatt-in-99-sekunden/handelsblatt-in-99-sekunden-lokfuehrer-zeigt-euch/10803014.html?mobile=false

Ein Beruf, „den man schon mit Hauptschulabschluss“ erlernen kann, in dessen „größte Aufgabe es ist, nicht einzuschlafen“ und bei dem man im Durchschnitt 3000€ verdient.
Ein Beruf, den man eigentlich durch einen Computer ersetzen könnte.

Ja, als Lokführer ist es auch meine Aufgabe, nicht einzuschlafen.
Wer will das schon.
Meine Hauptaufgabe ist aber einen Zug mit mehreren tausend Tonnen Gewicht und verschiedenester Beladung, vom Klopapier über teure Luxuskarossen bis hin zu hochgradig giftigen und entzündlichen Chemikalien sicher von A nach B zu fahren, was entgegen ihrer Meinung kein Computer erledigt, sondern ich selbst.
Auch Personen wollen befördert werden. Vom Kleinkind über den Arbeiter bis hin zum hochbezahlten Manager, alle möchten bei jedem Wetter Sicher an’s Ziel kommen.

Ich muss meine Millionenteuren und technisch anspruchsvollen Lokomotiven und Triebfahrzeuge von Grund auf technisch und fahrerisch beherrschen.
Meine Züge muss ich so im Griff haben, das ich sie trotz Bremswegen von bis zu 1000 Metern jederzeit sicher dort zum stehen bringe, wo ich es will und muss. Bei jedem Wetter! Tag und Nacht!
Jede betriebliche Situation muss ich beherrschen.
Von einem defekten Signal, einer beschädigten Oberleitung, außergewöhnlichen Verhältnissen wie Baustellen…
Jede erdenkliche Situation muss ich kennen und souverän abarbeiten, immer unter Beachtung größtmöglicher Sicherheit!

Dafür ist ein Lokführer oder Lokführerin nötig und wird es immer sein, egal wie modern Computer auch in Zukunft sein werden.
Seien Sie froh, dass wir hinter unseren verspiegelten Fenstern sitzen.
Denn dann können Sie sicher sein, dass wir uns auf unseren Job konzentrieren!

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8 Antworten zu „Lokführer zeigt euch!“. Ein Statement

  1. Pingaffe schreibt:

    Absolut korrekt! Oliver Stock ist auch nur so ein Anzug tragender Hannebambel der dummes Zeug erzaehlt!

  2. fnord schreibt:

    Nun, wir reden dann nochmal, wenn die U-Bahnen weltweit vollautomatisiert sind, okay?
    Ach, das kann man nicht vergleichen, weil U-Bahnen unterirdisch fahren, und daher vom Wetter und sonstigem Verkehr unabhängig sind? Nun, es gibt mittlerweile recht viele Peoplemover weltweit, die oberirdisch auf eigener Trasse fahren, und nur noch von einem zentralen Ort (sprich: der Fahrdienstleitung) überwacht werden. Fakt ist: Immer mehr Arbeitsplätze fallen der Automatisierung zum Opfer, und wenn es mittlerweile sogar möglich ist, souverän automatisch fahrende Autos herzustellen, sollte das Migrieren der Automation von der Ubahn hin zur Normalspur auch keine ferne Zukunftsmusik mehr sein.

    • gusskeks schreibt:

      Ich sage nicht, dass es technisch nicht möglich ist.
      Aber es gibt andere Gründe, warum der Eisenbahnverkehr nicht automatisiert wird.
      Genau wie bei den Piloten und Busfahrern.
      Denkt hier jemand darüber nach, diese zu automatisieren?
      Wohl kaum.

      • Michel schreibt:

        Autonome Busse und LKW werden gerade von MAN und Daimler getestet. Und ich sehe da nicht wirklich ein Problem. Genau wie bei autonom fahrende Fähren und Autos. Verkehr ist eine hervorragend automatisierbare Sache, also wird es auch automatisiert werden.

    • Fips schreibt:

      Würdest Du Dir anschauen, welch immenser Aufwand getrieben wird, um die Fahrwege der automatischen Bahnen zu überwachen, dann würde Dir sehr schnell klar werden, dass man das vielleicht bei 7 km unterirdischer Strecke der U3 in Nürnberg machen kann. Bei knappen 33.000 km Strecke der Bahn alleine in Deutschland ist das dann doch ein wenig aufwändiger. Man müsste alle Strecken absperren, einzäunen und mit Überwachungen für verirrte Autofahrer versehen, elektronisch die Vollidioten, die über Gleise laufen erkennen und Mechanismen zur Erkennung von Felsen, Bäumen und Erdrutschen, die die Strecke blockieren. Kurzum – der Aufwand ist überhaupt nicht darstellbar….

      • Bernd K. schreibt:

        Zustimmung, allerdings fährt in Nürnberg auch die U2 seit ein paar Jahren automatisch – falls keine Störung…

      • gusskeks schreibt:

        Das stimmt, eine U-Bahn lässt sich hier aber nicht vergleichen.
        Aussage eines Siemens Mitarbeiters, der an dem Projekt in Nürnberg mitgearbeitet hat.
        „In Nürnberg war das schon kein Zuckerschlecken. Das auf die „große Eisenbahn“ anzuwenden?
        Technisch und vor allem Sicherheitsmäßig nicht zu realisieren“

  3. Stefan Merkwart schreibt:

    Ja, ich hatte auch meine Probleme und meine Wut nach dem Bahnstreik, aber wir sollten nicht vergessen, dass diese Menschen einen entscheidenden Dienst für unsere Gesellschaft erbringen, denn ihre Arbeit können wir aus diversen Gründen bis jetzt nicht dem Computer überlassen. Menschen, die viel arbeiten und eben nicht so viel verdienen wie Sie, Herr Stock.
    Aber sich derart über den Berufsstand lustig zu machen ist mehr als unter der Gürtellinie.
    Mein Mitleid, Herr Stock, dass Sie zu Höherem nicht fähig sind.

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